MAKA TAO Für die Menschen auf den Philippinen

Meine Arbeit…

Von Montag bis Donnerstag arbeite ich in der SPED-class (Special education) der Central Elementary School von Mabini. Es handelt sich hier bei um eine Klasse von ca. 15 Schülern unterschiedlichen Alters und mit unterschiedlichen Behinderungen. Trotz den gegebenen Umständen wird versucht jeden Einzelnen so gut es geht zu fördern und da ist eine helfende Hand gern gesehen. Oftmals wird die Gruppe der Kinder in kleinere Gruppen eingeteilt, sodass diejenigen zusammen unterrichtet werden können, die auf dem gleichen Lernstand sind. Jede Gruppe wird daraufhin von einem Lehrer (hier schließe ich mich dann jetzt auch mal ein) betreut. Mit verschiedensten Methoden wird den Kindern zählen, rechnen, schreiben oder auch einfach nur die Farbbegriffe auf Englisch beigebracht. Außerdem werden Spiele wie Badminton oder Uno gemeinsam gespielt. Die Kinder kommen dadurch auch in Kontakt mit Kindern aus anderen Klassen und wachsen nicht so isoliert auf, wie das oft bei solchen der Fall ist, die aus entlegenen Gemeinden kommen und nicht die Chance haben die SPED-class zu besuchen. Sie werden zuhause häufig nicht gefördert und teilweise wird die Krankheit nicht anerkannt und von den Angehörigen versucht zu unterdrücken. Oftmals verschlimmert dieses Verhalten aber nur alles.

Laut Lauris, der Lehrerin, ist der Unterricht in manchen Fällen die einzige Möglichkeit für die Schüler, ihr Haus für ein paar Stunden zu verlassen und diese Freiheit scheinen sie sehr zu genießen. Es bringt ihnen etwas Normalität und Abwechslung in ihren Alltag und sie erfahren nicht zuletzt durch die liebevolle und fürsorgliche Behandlung von Lauris und Joseph, dass sie einen hohen Wert haben.

Mir erscheint es auch sehr wichtig, dass sie auf Situationen vorbereitet werden, denen sie später sicherlich entgegentreten werden müssen und dadurch ihre Eigenständigkeit gefördert wird. Natürlich braucht es im Unterricht mit den Kindern ein hohes Einfühlungsvermögen und Geduld. Man kann in den meisten Fällen nicht nach einmaliger Wiederholung einer Übung damit rechnen, dass das Gelernte auch verarbeitet wurde und nun in der Erinnerung bleibt. Dennoch begreifen viele der Kinder schnell was Sache ist und häufig unterschätzt man ihr Können.

Eine weitere Aufgabe, der sich Lauris und Joseph verschrieben haben, die eigentlich Angelegenheit des Staates wäre, jedoch laut ihnen größten Teils vernachlässigt wird, ist es in entferntere Gemeinden zu fahren und nach Kindern mit Behinderungen zu suchen, die zuhause nicht gefördert werden. Sie bieten ihnen dann eine Möglichkeit in die SPED-class zu kommen bzw. machen die Eltern auf diese aufmerksam. Ein weiteres Problem, von dem mir Lauris berichtet hat, ist die teilweise unzureichende finanzielle Förderung der Einrichtung. Häufig fehlen Mittel, neue Arbeitsmaterialien zu finanzieren und Lauris kauft diese dann von ihrem Gehalt und stellt sie den Kindern zur Verfügung.

Jeden Freitag arbeite ich außerdem im Social Action Center in Alaminos. Das ist eine Einrichtung, die sich in unterschiedlichsten Gebieten engagiert. Unter anderem gibt es das „Health Cearing Programm“. Mittwochs und freitags werden hier quasi offene Sprechstunden angeboten und die Menschen können kommen und sich kostenlos von einem Arzt untersuchen lassen. So bekommen auch diejenigen, die sich sonst keinen Arztbesuch leisten können, eine medizinische Versorgung. Meine Aufgabe ist es die Personalien der Patienten aufzunehmen, den Blutdruck und auch teilweise die Temperatur zu messen und Kinder zu wiegen. Wenn diese nämlich untergewichtig sind, was bei vielen ärmeren Kindern der Fall ist, wird sich bemüht, diese in eines der „Feeding programms“ aufzunehmen. Hier bekommen die Kinder über eine Zeitspanne von mehreren Monaten Essen. Ein weiteres Feld des Social Action Centres ist die ökologische Landwirtschaft. So werden in verschiedenen Gemeinden Vorträge über ökologischen Anbau gehalten und auch zum Beispiel Reispflanzungsprojekte oder ähnliches betreut.

 

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