MAKA TAO Für die Menschen auf den Philippinen

Einer Kultur auf der Spur- Das Essen

Vor einigen Wochen habe ich beschlossen eine Sammlung von Blogeinträgen und eigenen Gedanken unter der Ober-überschrift „Einer Kultur auf der Spur“ zu verfassen. Hier werde ich mehr oder weniger regelmäßig über ein Thema oder einen Gegenstand schreiben, der für mich persönlich die philippinische Kultur, so wie ich sie hier kennen lerne, ausmacht. Um das im Voraus auch deutlich genug zu machen, ich schildere hier subjektive Wahrnehmungen und das Bild, was ich von der philippinischen Kultur zeichne, erhebt keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit oder Vollständigkeit. Mir geht es hauptsächlich darum, diejenigen, die sich für meinen Freiwilligendienst und meine derzeitige Situation interessieren, wenigstens gedanklich auf meine Reise mitzunehmen.

Mein erster Eintrag in dieser Kategorie soll sich dann auch schon fast mit dem Offensichtlichsten und dem meist Allgegenwärtigem hier beschäftigen… dem Essen. Denn das gemeinsame Essen ist oft Mittelpunkt und Highlight eines Aufeinandertreffens und spielt eine große Rolle im Alltag. Das sieht man schon alleine daran, wenn man sich auf den größeren Straßen umschaut. Hier reihen sich häufig Streetfoodstände aneinander, die allerlei Frittiertes verkaufen. Von frittierten Eiern, über sogennante „Fishballs“ bis hin zu frittierten Hühnerdarm und anderen Fleischgerichten ist hier wirklich ALLES zu finden. Außerdem gibt es viele Stände die diverse Softdrinks, Nüsschen (Maney), Dumblings, Kokosnusswasser, frittierte Bananen, … verkaufen. Eine gute Sache für den kleinen Hunger zwischendurch, aber oft auch sehr fettig und sehr süß. Da wundert es mich tatsächlich nicht, dass viele Filipinos schon vergleichsweise früh an Diabetes leiden. Das mag auch daran liegen, dass oft sozusagen eine Zwischenmahlzeit am Vor- und Nachmittag eingenommen wird, das sogenannte „Merienda“. Auch auffällig ist, dass es hier nicht besonders viele Restaurants oder Cafés wie in Deutschland gibt und wenn doch sind diese vergleichsweise sehr teuer. Es scheint nicht Gang und Gebe zu sein, sich für eine Verabredung irgendwo drinnen hinzusetzen und zum Beispiel gemeinsam Kaffee zu trinken, das Leben spielt sich eher auf den Straßen ab. Was dem mehr oder weniger aufmerksamen Beobachter auch auffallen wird, sind die vielen Bakerystores an gefühlt jeder Ecke. Wie bereits erwähnt lieben Filipinos Süßes und die Backshops bieten davon reichlich an. Übrigens ist auch das, was man hier als Brot versteht, oft süß. Bei den Hauptmalzeiten morgens, mittags und abends darf natürlich der Reis nicht fehlen, sonst ist es kein richtiges Essen für Filipinos. Oftmals gibt es Reis mit irgendeinem Fleisch- oder Fischgericht, seltener sind Gerichte nur mit Gemüse. Wenn man dann zum Beispiel in einem Restaurant ein vegetarisches Gericht bestellt, kann es auch schon mal vorkommen, dass dennoch Fleisch mit verarbeitet wurde (zwar in kleineren Mengen, aber Fleisch ist Fleisch :D).

Auch sehr lecker sind verschiedene Sorten von Reiscakes, die an keinem Geburtstag fehlen dürfen.Was mir schon bei verschiedenen Feiern, egal ob Hochzeit oder Geburtstag aufgefallen ist, ist das teilweise Leute ungeladen kommen und dann meist, wie es scheint, nur wegen dem Essen. Es macht außerdem manchmal auf mich den Eindruck, dass die Gäste häufig nur auf das Essen warten, um danach direkt wieder zu gehen (überspitzt gesagt). Dennoch sind Geburtstagsfeiern hier immer sehr schön und gute Anlässe, dass die ganze Familie zusammen kommt.

Außerdem bemerkenswert:

Wenn Filipinos auf Ausflüge fahren wird auch schon mal das ganze Auto mit Essen vollgeladen, denn man brauch ja eine richtige Mahlzeit mit Reis… Snacks reichen da nicht aus… Wobei an denen auch nicht gespart wird.

Ein anderes wirklich schöne Erlebnis, das ich gerne mit euch teilen will und das zeigt, dass die Filipinos im Teilen von Essen Gemeinschaft und auch Freundschaft sehen, ist mir kürzlich in Manila passiert. Beim Warten auf ein Jeepney kam ich mit einer netten Filipina ins Gespräch, die nach einigen Minuten prompt zum nächsten Store gegangen ist, ein Päckchen Skyflakes (Cracker) gekauft hat und es mit mir geteilt hat.

Zuletzt möchte ich noch ein weiteres weitverbreitetes Phänomen erwähnen: Fastfoodketten. Wenn auch ein gewisser Luxus und ein Statussymbol hier essen zu gehen, machen das die Filipinos häufiger als gedacht. In jeder mehr oder weniger großen Stadt findet sich Jolly Bee, McDonalds, Mang Inasal, Chowkings, Pizza Hut, Dunking Donuts, Shakeys, Red Ribbon, Goldilocks,… Ein vergleichsweise kostspieliger Spaß, der nicht ganz nach meinem Geschmack ist. Ich persönlich bevorzuge die Turoturo-Stores, bei denen es verschiedene philippinische Gerichte gibt, auch für den kleineren Geldbeutel. Weil man sich aus einer großen Auswahl aus Gerichten etwas aussuchen kann und quasi nur auf die schon fertigen Gerichte zeigen muss heißen diese kleinen Eatarys auch Turoturo-stores (turo = anweisen).

2 Antworten auf Einer Kultur auf der Spur- Das Essen

  1. Schwertel Michael

    Sehr schöne Artikel die du ins Netz stellst weiter so.7
    LG Michael und Irene

  2. wolfram Richter

    masarap

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