MAKA TAO Für die Menschen auf den Philippinen

Eine kleine Osterreise- Einblicke in die Osterzeit auf den Philippinen

Die Vorbereitungszeit auf Ostern begann auch hier, wie in Deutschland, mit dem Aschermittwoch und der anschließenden 40-tägigen Fastenzeit. Diese wurde von den meisten nicht so streng gesehen, aber einige Priester haben deswegen mehrfach in der Woche kein Fleisch gegessen. Ansonsten war die letzte Woche vor Ostern gespickt mit verschiedenen Aktivitäten und fast täglichen Messen, manchmal sogar mehreren an einem Tag.

Ein besonderes Ereignis war die gemeindeinterne Pilgerfahrt nach Tarlac. In Tarlac, einer auf einem Berg gelegenen Gemeinde mit dazugehörigem Kloster und Ordensgemeinschaft, befindet sich ein Stück des Kreuzes Jesu. Das war das Ziel der österlichen Pilgerfahrt der Gemeinde Mabini. So wurde sich gemeinsam morgens um vier Uhr früh mit dem Bus dorthin auf den Weg gemacht. Während der Fahrt sind wir außerdem die Stationen des Kreuzwegs gegangen und nahmen an einer Messe teil.

Am Palmsonntag ist der Priester, Fr. Bo, zwischen der ersten und zweiten Messe durch seine Gemeinde gezogen. Bei dieser Prozession wurden mehrere Stationen passiert, an denen Kinder einstudierte Lieder gesungen und Blumen geworfen haben. Der Rest der Gemeinde kam an diesem Tag mit richtigen Palmwedeln zum Gottesdienst. Diese wurden gesegnet und es gab einen gemeinsamen Einzug. Außerdem fand am Abend ein Taizé-Gebet der Kirchenjugend statt und es wurde zusammen im Gemeindezentrum übernachtet.

Am nächsten morgen machte sich die Jugend auf den Weg nach Surip, denn hier fand das alljährliche Jugend-Ostercamp der Diözese statt. Verschiedene spirituelle Aktivitäten zum Thema Ostern und Auferstehung waren geplant, außerdem eine Beichte. Auch wenn die Beichte nur auf freiwilliger Basis beruht hat, nahmen daran so gut wie alle Filipin@s teil, was mich zu Beginn ziemlich erstaunt hatte, weil ich mit dieser positiven Resonanz der Jugendlichen nicht gerechnet hatte. Am Dienstagmorgen kamen dann auch noch mehr Pilger der Diözese nach Surip, unter anderem auch der Bischof und mehrere Priester. Es wurde eine große Messe gefeiert und eine Kreuzwegprozession auf einen nahe gelegenen Berg fand statt.

Am Gründonnerstag gab es nachmittags, natürlich wer hätte es gedacht, eine Messe, in der an das letzte Abendmahl erinnert wurde einschließlich der Fußwaschung. Zwölf Gemeindemitglieder bekamen, stellvertretend für die Jünger Jesu, die Füße vom Priester gewaschen. Am Ende des Gottesdienstes wurde die Monstranz in eine kleine Kapelle verlegt. Hier konnte jeder der wollte, über den Abend hinweg eine Art „Mahnwache“ halten und beten.

Am Karfreitag (oder auch „Good Friday“ genannt) wurde am Morgen erneut der Kreuzweg gegangen. Dabei hat die Jugend die Kreuzwegstationen in Standbildern nachgestellt. Später hat es noch eine Messe mit Prozession und ein Beichtangebot gegeben. Den Abschluss der Osterwoche bildete die Osternacht mit Osterfeuer und am Ostersonntag eine Morgenmesse. Im Gegensatz zu Deutschland wird hier der Ostermontag nicht gefeiert und nach einer Woche spiritueller Impulse ist jeder wieder am Montag in seinen gewohnten Alltag gestartet.

Ich hoffe ihr hattet alle ein fröhliches Osterfest!

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