Typisch philippinisch
Trotz langjähriger Kolonialherrschaft und internationalen Einflüssen sind auf den zweiten Blick doch einige typisch philippinische Verhaltensweisen erkennbar:
Kommunikation
- jeder Weiße ist erstmal ein “Amerikano”, und zwar ein reicher
- er wird dementsprechend oft mit “Hello Joe” angeredet
- Höherstehende werden höflich mit “Ma’am”, “Ate” (ältere Schwester”, “Sir” oder “Kuya” (älterer Bruder) angeredet
- begrüßt ein Filipino einen älteren Menschen, drückt er die Hand des Älteren als Zeichen des Respekts an seine Stirn
- Freunde und Bekannte werden missverständlicherweise mit einem Lächeln und dem Heben der Augenbrauchen begrüßt
- oft flüchtet sich ein Filipino uneindeutige Erklärungen, wenn er etwas nicht genau weiß
- das Wort “Nein” wird gemieden, stattdessen hört man oft nur “Maybe later”
- viele Filipinos ducken sich, stecken ihre Arme nach vorne durch und entschuldigen sich höflich, wenn sie zwischen zwei anderen Menschen hindurch gehen wollen
- Zeit ist flexibel, es gibt wichtigeres als Pünktlichkeit
Gesellschaft und Verkehr
- Heiraten und Kinderkriegen ist der Standardablauf einer Beziehung
- unverheiratete Paare sind gesellschaftlich kaum akzeptiert
- Pärchen tauschen in der Öffentlichkeit nur selten Zärtlichkeiten aus
- der Verkehr ist chaotisch und unübersichtlich; die Hupe ersetzt nützliche Hilfmittel wie Blinker, Ampeln und Verkehrsschilder
Schönheitsideale und Gewohnheiten
- dicke Kinder gelten als schick und niedlich
- weiße Haut und europäische Gesichtszüge sind Schönheitsideal
- Polster und Möbelstücke stehen in Plastikoriginalverpackung im Wohnzimmer
Essen
- es gibt drei Hauptmahlzeiten (morgens, mittags, abends) und zwei Zwischenwahlzeiten, die Merienda; jede der Hauptmahlzeiten hat den Umfang eines europäischen Mittagessens
- oft ist das Essen kalt
- Vegetarier haben auf den Philippinen kaum eine Chance
- Zucker wird gern und häufig verwendet
Auch wenn diese Auflistung etwas plakativ sein mag, möchte ich betonen, dass es sich hierbei lediglich um Nuancen handelt. Es gibt genauso wenig den Filipino wie den Deutschen. Ausnahmen bestätigen die Regel, das gilt auch hier auf den Philippinen.