MAKA TAO Für die Menschen auf den Philippinen

1235 Euro aus Pfaffenwiesbach für neuen Pick-up in Alaminos

Feierlichkeiten zum 25-jährigen Jubiläum der Partnerschafts-Diözese auf den Philippinen

ALAMINOS (von Zacharias Steinmetz). Anlässlich der Feierlichkeiten zum 25-jährigen Jubiläum der Diözese Alaminos reiste zu Beginn dieses Jahres eine elfköpfige Delegation haupt- und ehrenamtlicher Vertreter des Partner-Bistums Limburg auf die Philippinen.

Die Gruppe um Weihbischof Dr. Thomas Löhr wird herzlich begrüßt. Da werden Hände geschüttelt, erste Worte in teils brüchigem Englisch und starkem Akzent gewechselt, neue Bekanntschaften geknüpft und alte Freundschaften aufgefrischt. Alle freuen sich sichtlich, einander wiederzusehen.

Ich quartiere mich zusammen mit den deutschen Besuchern im Priesterseminar des Bistums ein. Abends laden die philippinischen Gastgeber zum Willkommensessen in ein nahe gelegenes Restaurant ein. Es werden landestypische Köstlichkeiten serviert. Ganz nach deutscher Manier klingt der Abend dann bei einer gemütlichen Flasche Bier aus – natürlich nicht, ohne jedes getrunkene Bier auf einer eigens angefertigten Preisliste zu registrieren. Ab heute weht also deutscher Wind in philippinischen Mauern.

Als ich am darauffolgenden Tag den Speisesaal des Priesterseminars betrete, traue ich meinen Augen kaum. Zum Frühstück gibt es Vollkorn-Toast, selbst gemachte Marmelade, eine in Deutschland vielerorts geschätzte Nuss-Nougat-Creme und aufgebrühten Kaffee. Ich genieße die Abwechslung zu Reis und Fisch und freue mich auf die nächsten zwei Wochen.

Im Rahmen einer außerordentlichen Heiligen Messe wird am Sonntagnachmittag offiziell das Jubiläum der Diözese Alaminos gefeiert. Der für die Philippinen zuständige Apostolische Nuntius ist für dieses ehrwürdige Ereignis angereist. Bischof Marlo Peralta und der deutsche Weihbischof Dr. Thomas Löhr zelebrieren zusammen mit unzähligen geladenen Priestern und Bischöfen. Im Anschluss findet eine Prozession statt. Nach einem überaus festlichen Abendessen rundet das Streicherensemble des Manila Symphony Orchestra den Tag mit klassischer Musik von Bach, Mozart und Vivaldi, aber auch mit Interpretationen moderner populärmusikalischer Stücke kunstvoll ab.

Die folgenden Tage stehen ganz im Zeichen der Partnerschaft zwischen den Pfarreien beider Bistümer. Bei einer besonderen Partnerschaftsmesse finden Abgesandte aller drei Partnerpfarreien zusammen. Im Gottesdienst überreicht Weihbischof Dr. Löhr dem philippinischen Bischof Marlo Peralta die Partnerschaftsmedaille des Bistums Limburg.

Die Visitationen der Partnerpfarreien in Salasa, Bani und Mabini beleben alte Kontakte und bauen neue Brücken. Die Pfarreien haben so die Gelegenheit, ihre sozialen Projekte und Aktivitäten zu präsentieren sowie Neuigkeiten und Informationen mit ihren Partnern auszutauschen. Das Wochenende verbringen die deutschen Partnerschaftsbeauftragen in ihren jeweiligen Partnerpfarreien, um so direkt am Leben und Glauben der Menschen teilhaben zu können.

Der Besuch des Diocesan Social Action Centers bietet der Gruppe neue Einblicke in die von der Bistumsebene aus initiierten sozialen Projekte. Im Fokus steht neben Programmen zur politischen Bildung, organischem Reis- und Mangoanbau, Fairem Handel und der Betreuung von philippinischen Arbeitern in Übersee vor allem die gesundheitliche Versorgung der verarmten Bevölkerung. Zu diesem Zweck beschäftigt das Social Action Center täglich ein bis zwei freiwillige Ärzte und Krankenschwestern.

Im Rahmen unseres Besuches überreiche ich dem Generalvikar des Bistums Alaminos die vom Eine-Welt-Kreis Pfaffenwiesbach gesammelten Spendengelder von 1235 Euro. Zusammen mit weiteren Spenden der Kirchengemeinden Hofheim und Frankfurt sowie des Vereins “Gerechtigkeit den Menschen, Brücken in die Welt e.V.” in Montabaur soll für 10000 Euro ein neuer Pick-up für die diözesane Sozialstation angeschafft werden. Das Fahrzeug wird außer für alltägliche Fahrten in erster Linie als verlässliches Transportmittel im Katastrophenfall benötigt. Durch das neue Auto können in Notsituationen auch die abgelegensten Barangays mit Hilfsgütern versorgt werden. Der bisher bei solchen Fällen verwendete Pick-up ist mittlerweile nahezu genauso alt wie das Bistum selbst und nicht mehr zuverlässig genug. Solange er noch fährt, wird der alte Wagen bis auf Weiteres für kleinere Dienstfahrten im Bistumsbesitz verbleiben.

Ehe die deutsche Reisegruppe nach zwei eindrucksvollen und ereignisreichen Wochen abreist, wird sie an ihrem letzten Abend gebührend von den Würdenträgern des Bistums Alaminos und Delegierten aus den Partnerpfarreien verabschiedet. Lediglich wir Freiwilligen bleiben zurück. Für uns geht der Alltag weiter.

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Der Wehrheimer Zivildienstleistende Zacharias Steinmetz berichtet in unregelmäßigen Abständen von seiner Arbeit in der philippinischen Provinz.

www.maka-tao.de

erschienen am 11. März 2010 im Usinger Anzeiger