MAKA TAO Für die Menschen auf den Philippinen

Arbeitskraft und Geld mitgebracht

Zivildienst in einem Entwicklungsland bringt erschütternde, aber auch aufbauende Erfahrungen. Zacharias Steinmetz hat auf den Philippinen beides erlebt und berichtete den Besuchern des Eine-Welt-Kreises davon.

Pfaffenwiesbach (von Gerrit Mai). Zacharias Steinmetz brauchte nicht lange zu suchen. Die Mangos der Preda-Stiftung, die auch im fairen Handel arbeitet, entdeckte er im Eine-Welt-Laden sofort. Mitarbeiterin Renate Bingsohn holte den Mascobado-Zucker aus dem Regal, und Maria Schmitt wies auf die Weihnachtssachen hin, die Preda im Warenangebot hat.

Warum sich Zacharias Steinmetz dafür interessierte? Er war 2009/2010 ein Jahr im Freiwilligen-Dienst auf den Philippinen und hat dabei auch für die Stiftung Preda, die 1974 von Father Shay Cullen gegründet wurde, gearbeitet. Die Stiftung setzt sich für junge Leute ein, die unschuldig im Gefängnis sitzen, resozialisiert Mädchen, die zur Prostitution gezwungen wurden, und klärt auf.

Faire Produkte

Preda war nur eine Station des Einsatzes des 21-Jährigen. Beim Eine-Welt-Kreis der St. Georgs-Kirche in Pfaffenwiesbach berichtete der Student der Umweltwissenschaften im vollen Gemeindesaal davon. Es gab fairen Kaffee und Kuchen, während er seinem Bericht Informationen über Land und Leute vorausschickte.

Etwa, dass der Staat aus mehr als 7000 kleinen Inseln besteht, von denen nur etwa 800 bewohnt sind. Dass auf nur 300 000 Quadratkilometern 90 Millionen Menschen leben, davon allein in der Hauptstadt Manila offiziell 17 Millionen, es werde aber mit wesentlich mehr gerechnet. «Es ist unvorstellbar, wie viele Menschen auf engstem Raum leben.»

Verfallene Hütten

In seinem ersten Einsatzort Salasa lebten 4000 Menschen, den Häusern nach zu urteilen würde man eher von 400 ausgehen. Steinmetz zeigte beeindruckende Fotos von den beiden Seiten Manilas, vom Schmelztiegel der Geschäftigkeit mit Hochhäusern und hohem Verkaufsaufkommen, und von den Slums, verfallenen Hütten und einem Rinnsal, durch das alle Abwässer fließen.

Auf den Philippinen sei die Wirtschaft schwach, und etwa 1,5 Millionen Kinder leben auf der Straße. Andere – auch viele behinderte – leben in Waisenhäusern, weil ihre Eltern sie nicht versorgen können oder wollen.

Der junge Mann betreute in einem solchen Haus die Kinder, spielte mit ihnen und zauberte damit so manches Lächeln auf ihre Gesichter «Es ist erstaunlich, wie froh die Kinder trotz ihrer schwierigen Situation sind», erkannte er.

Zacharias Steinmetz war in der Provinz Alaminos im Norden des Inselstaates eingesetzt. Mit dieser Region verbindet das Bistum Limburg seit 1987 eine Partnerschaft. Er musste miterleben, wie ein Taifun die ganze Region überschwemmte und half mit, Betroffene in der Kirche unterzubringen und sie mit Kleidung und Lebensmitteln zu versorgen.

Er hatte nicht nur seine Arbeitskraft, sondern auch 1350 Euro vom Eine-Welt-Kreis mitgebracht. Das Geld ermöglichte zusammen mit weiteren Spenden den Kauf eines neuen Fahrzeuges. «Die Menschen gehen bemerkenswert normal mit solchen Katastrophen um.»

erschienen am 3. Februar 2011 in der TaunusZeitung