MAKA TAO Für die Menschen auf den Philippinen

Freundlichkeit der Menschen hilft bei Ankunft in der Fremde

Internationaler freiwilliger Dienst auf den Philippinen begonnen – Herzlich aufgenommen

NEU-ANSPACH/ALAMINOS (von Dominic Wachter). Der Abiturient Dominic Wachter (19) aus Neu-Anspach macht nach seiner Reifeprüfung einen internationalen freiwilligen Dienst auf den Philippinen. Hier sein erster Bericht.

Ich bin jetzt schon über drei Wochen hier in Luzon, der Hauptinsel der Philippinen, in der Bistumshauptstadt Alaminos. Ich lebe hier mit vier Priestern, dem Bischof und ein paar Angestellten im sogenannten „Konvent“. Aber ich möchte von vorne beginnen:

Wir kamen am 29. Juli nach etwa 19 Stunden Flug inklusive Aufenthalt in Dubai sehr müde und erschöpft am Airport in Manila an. Wir wurden dort von zwei Mitarbeitern des Bischofs abgeholt und sind direkt in der Nacht noch nach Alaminos gefahren, was etwa einen weiteren „Ritt“ von fünf Stunden in Anspruch nahm. Die ersten Tage konnten wir uns ein wenig einleben und bekamen einiges gezeigt von der Stadt und der näheren Umgebung. Gleich in der ersten Woche begannen wir mit unserem Sprachkurs in der Landessprache „Tagalog“, denn obwohl hier die meisten auch schlecht bis gut englisch sprechen, braucht man bei Kindern und älteren Menschen oft doch mal das ein oder andere einheimische Wort, um sich verständigen zu können.

Aufgrund meiner für hiesige Verhältnisse großen Statur wurde ich sofort in die Basketballmannschaft der Diözesan-Priester aufgenommen und hatte auch sofort meinen ersten Einsatz im Spiel gegen eine College-Mannschaft, das wir sehr hoch für uns entscheiden konnten. Um einen guten Überblick über die Pfarreien, unsere späteren Arbeitsorte und unsere Umgebung zu bekommen, sind wir in den ersten zwei Wochen hauptsächlich durch das Bistum gefahren und haben die Pfarreien und deren Priester besucht. In einer kleinen Küstenstadt, die hauptsächlich von armen Fischern bewohnt ist, lernten wir einen der jüngeren Priester, Father Alex, kennen und wurden direkt von ihm zu den schönsten Strandabschnitten des Bistums gefahren. Wir hatten auch andere offizielle Termine wahrzunehmen, wie etwa das Kennenlern-Treffen mit den Scholarship-Schülern von Salasa, die von zwei Gemeinden aus Frankfurt unterstützt werden, um ihre Universitätsbildung abschließen zu können. Bei diesem Treffen durfte ich erstmals die ehrliche und tiefe Dankbarkeit der Leute spüren, und es war ein sehr intensives und beglückendes Erlebnis.

In den nächsten Tagen ging es weiter durch andere Gemeinden und Pfarreien, in denen wir durchweg mit einer großen Gastfreundlichkeit empfangen wurden, was uns den Anschluss an die Leute sehr erleichterte, wie etwa ein schnelles Basketballspiel mit der Dorfjugend und mir, dem kleinen deutschen „Dirk“, oder etwa einer kleinen sängerischen und tänzerischen Einlage zu einem beliebten Song aus der Musikbox, die hier überall und 24 Stunden laufen.

Natürlich haben wir auch freie Tage hier; einen der letzten haben wir dazu benutzt die „Hundred Islands“ zu besuchen mit Fr. Ed und unserer Sprachlehrerin Des. Wir waren Kajaking, Cave-Jumping und sind von Insel zu Insel gelaufen, dabei hatte ich meine erste unschöne Begegnung mit einem Seeigel. Naja, mittlerweile geht es mir wieder bestens und ich konnte mir am heutigen Morgen gleich das nächste Leid selbst antun, als ich mit bestem Wissen und Können mich daran machte, das Gartenhaus der Schwestern zu renovieren und mir prompt erst mal den Nagel in die Hand gehauen habe. Aber keine Sorgen um mich, mir geht es bestens hier.

Wir waren auf Hochzeiten, Beerdigungen, Geburtstagen, und haben auch schon gearbeitet. Wir lernen momentan, wie man ökologischen Dünger herstellt und Felder bestellt, werden demnächst bei den Reisernten helfen und im Schwesterngarten Bäume und Pflanzen setzten.

Nun noch einen kurzen Ausblick auf die Zukunft: Meine Kollegin Nicole wird bis zum Jahreswechsel hier in Alaminos bleiben und den Krankenschwestern zur Hand gehen und zwei Tage die Woche im Altersheim in Bolinao arbeiten. Sie wird am kommenden Wochenende zu ihrer Gastfamilie ziehen, die sehr nett sind und einen kleinen Sohn haben und ein kleines Klavier, auf dem ich ab und zu etwas klimpere. Ich werde in der ersten Septemberwoche raus aufs Land ziehen, nach Anda, wo ich in der Pfarrei bei den „Feeding-Programmen“ helfen soll, und ich werde noch freie Tage die Woche in demselben Altersheim in Bolinao arbeiten. Zum Jahreswechsel werde ich zurück in die Großstadt kommen, um die Feiertage mit meinen Freunden und den Priestern zu zelebrieren. Und dann sind auch schon fünf Monate um.

Weitere Infos auf Dominics Internetseite www.maka-tao.de.

erschienen am 2. September 2011 im Usinger Anzeiger